Da wird einem Mitarbeiter wegen Stromdiebstahls gekündigt, weil er sein privates Handy an der Steckdose seines Arbeitgebers aufgeladen hat.
Wert des Stroms: 0,01 Cent
Dauer der Betriebszugehörigkeit: 14 Jahre
Unwillkürlich wirft sich die Frage auf, was kommt als nächste Schäbigkeit?
Weitere Kündigungsgründe drängen sich auf:
- Privates Lüften während der Heizperiode: Heizluftdiebstahl.
- Aus privat veranlassten Gründen die Hände gewaschen: Wasserdiebstahl.
- Das Frühstücksbrot im firmeneigenen Kühlschrank verwahrt: Stromdiebstahl.
- Den eigenen Kaffee im Unternehmen aufgebrüht: Ebenfalls Stromdiebstahl.
- Privat angerufen worden: Diebstahl von Lohn- und Gehaltsaufwendungen des Arbeitgebers sowie Stromdiebstahl.
- Unnötig lange im Arbeitszimmer auf- und abgegangen. Dadurch Abnutzung des Teppichbodens: Anteiliger Diebstahl der Betriebsausstattung.
- und und und
Die Liste ließe sich unendlich weiterführen und ganz sicherlich wäre auch für jeden von uns ein passender Kündigungsgrund dabei.
Noch ist die traurige Frage offen geblieben, wie man sich als Mitarbeiter in einem derartig schikanös geführten Unternehmen fühlt?
Die Frage ist schnell beantwortet:
- Frustriert
- Verängstigt
- Deprimiert
- Mutlos
- Beklommen
So wie man sich eben fühlt, wenn man ungerecht und niederträchtig behandelt wird und wenn zudem das Damoklesschwert der Kündigung ständig über den Köpfen schwebt.
Der eigentliche Kern der Frage lautet jedoch, was sind das für Menschen, die derartige Kündigungen aussprechen?
Die Frage muss unbeantwortet bleiben, denn bei aller Phantasie kann ich mir keinen Menschen mit so abgrundtiefen Charaktereigenschaften vorstellen, der einen Anderen wegen 0,01 Cent nach 14 Jahren Betriebszugehörigkeit ins Unglück stürzt.