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Mitarbeitergespräch – erlebt von Sonja F., 47 Jahre, kaufmännische Angestellte

Wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten ersten Mitarbeitergespräch(ein neu im Unternehmen eingeführtes Führungsinstrument) hatte sich mein Chef einen mehrseitigen Beurteilungsbogen aus dem Internet heruntergeladen und mir überreicht.

Im Vorfeld hatte ich den Bogen auszufüllen und zum Gespräch mitzubringen. Ungefähr 80 Fragen warteten auf eine Antwort. Die Formulierung der Fragen ließ vermuten, dass die Beantwortung eigentlich an die Adresse der Führungskraft gerichtet waren.

Wie auch immer – ich schätzte meine Arbeitsleistung gut ein: Zumal ich nichts Gegenteiliges gehört und die mir übertragenen Aufgaben immer gut und flexibel gelöst hatte.

Einzig mit einem Serviceleiter gab es Probleme, da ich laufend unvollständige Daten für die Rechnungserstellung (einer meiner Aufgabenbereiche) von ihm erhielt.

Vor geraumer Zeit hatte ich das Thema bereits bei meinem Chef angesprochen – vielleicht konnte die Angelegenheit nun im Mitarbeitergespräch geklärt werden.

Das Mitarbeitergespräch selbst

Mein Chef präsentierte mir viele bunte Diagramme und rote Zahlen, die die schlechte Situation des Unternehmens belegen sollten. Er kündigte dann an, dass deswegen die freiwillig geleisteten Sonderzahlungen um 50% gekürzt werden müssen.

Dann hatte sich mein Vorgesetzter die Belegschaft in drei Gruppen unterteilt:

  • Gruppe 1: Engagiert und motiviert
  • Gruppe 2: Abwartend und unentschlossen
  • Gruppe 3: Bereits resigniert

Mich sortierte er zwischen der 2. und 3. Gruppe ein. Meiner Selbsteinschätzung im Beurteilungsbogen konnte er nicht folgen. Durchweg gab er mir wesentlich schlechtere Noten. Ich sollte mir mal Gedanken machen, wie ich meine Leistungen verbessern könne. Auch soll ich mich um das Problem mit dem Serviceleiter selbst kümmern – es belaste ja immerhin schon das Arbeitsklima.

Dann wurde mir noch eine Vertragsänderung präsentiert, in der ich unterschreiben sollte, dass ich auf die Hälfte meiner Gehaltserhöhung von vor einem Jahr verzichte.

Und ganz zum Schluss wurde noch gedroht, das, wenn ich mich nicht ändern würde, die freiwillige Sonderzahlung ganz zu kürzen oder aber, wenn ich in Zukunft besser mitarbeiten würde, ich die Zulage wieder komplett erhalten könnte.

Fazit:

Selten habe ich mich so allein gelassen und hilflos gefühlt. Statt etwaige Probleme gemeinsam zu lösen und Lösungswege aufzuzeigen, wurde ich bedroht, meine Leistungen abgewertet und das Gehalt gekürzt.

Ich bin enttäuscht, frustriert und werde so schnell wie möglich diesem Unternehmen den Rücken kehren.

 

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Unsere Meinung:
Eine überforderte Führungskraft versucht sich im Mitarbeitergespräch

 

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